
Dentosophie kann in der Logopädie eine wertvolle Ergänzung sein, weil sie gezielt die natürliche Funktion von Zunge, Lippen und Kiefermuskulatur verbessert. Diese Bereiche sind eng mit der Sprachbildung, der Atmung und der allgemeinen oralen Motorik verbunden.
Viele Sprach- und Schluckprobleme entstehen durch eine Fehlfunktion der Zungen- und Gesichtsmuskulatur oder durch Kieferfehlstellungen. Die Dentosophie setzt auf sanfte myofunktionelle Übungen in Kombination mit, nach einer ausführlichen Diagnostik individuell ausgewählten, Balancern, die dabei helfen, das natürliche Gleichgewicht im Mundraum wiederherzustellen. Dadurch können Sprachstörungen, Lispeln oder Schluckstörungen nachhaltig verbessert werden.
Die positiven Auswirkungen gehen aber noch weiter: Ein gesunder Biss und eine stabile Zungenlage beeinflussen die gesamte Körperhaltung, die Nasenatmung und sogar das Nervensystem. Viele Menschen berichten von einer besseren Atmung, weniger Verspannungen im Nacken- und Schulterbereich sowie einer allgemeinen Entspannung des Körpers.
Gerade in der Logopädie, wo es oft darum geht, nicht nur die Sprache, sondern auch die zugrunde liegenden funktionellen Ursachen zu behandeln, kann die Dentosophie also eine ganzheitliche und nachhaltige Unterstützung bieten.
Anwendungsgebiete:
Ausspracheprobleme z.B. Lispeln
Mundatmung
Falsche Zungenlage
Wiederholte Infekte im HNO-Bereich, Allergien
Falsches Schluckmuster
Beschwerden im Kiefergelenk
Zähnepressen, Zähneknirschen
Schnarchen
Spannungsbeschwerden im Kiefer-, Nacken- und Kopfbereich
Tinnitus, Schwindel
Übermäßiger Schnullergebrauch
Stressbedingte Symptome
Auffälliger Speichelfluss bei (Klein)Kindern
….und vieles mehr
Oft ist bei oben angeführten Beschwerden ein unharmonisches Zusammenspiel der Kau- und Gesichtsmuskulatur die Ursache. Durch eine frühe, präventive Behandlung bei Kindern kann dies in vielen Fällen vermieden werden.
Ziele der Therapie bei Kindern und Erwachsenen:
Korrektes Schluckmuster
Etablierung der Nasenatmung
Erlernen von alternierend bilateralem Kauen
Physiologische Zungenruhelage
Kompetenter Lippenschluss
Gute Sprechfunktion
Anregung des Parasympatikus (u.a. für Entspannung zuständig)
Der Balancer – Das Trainingsgerät in der Dentosophie
Was ist der Balancer?

Der Balancer ist ein zentrales Element in der Dentosophie. Es handelt sich um eine flexible, biokompatible Schiene aus weichem Kunststoff, die in den Mund eingelegt wird. Sie ähnelt optisch einer einfachen Zahnschiene oder einem Mundtrainer, ist aber speziell geformt, um die Zunge, Lippen und Kiefermuskulatur sanft zu stimulieren und zu trainieren.
Funktion und Wirkung:
Der Balancer wird regelmäßig für eine bestimmte Zeit im Mund getragen – meist passiv während des Tages oder der Nacht, aber auch aktiv mit speziellen Übungen. Dabei wirkt er auf verschiedene Weise:
1. Zungen- und Lippenmuskulatur stärken:
• Fördert die natürliche Zungenruhelage am Gaumen.
• Unterstützt eine korrekte Lippenhaltung und verhindert Mundatmung.
2. Kieferbalance verbessern:
• Hilft, Spannungen im Kiefer zu regulieren.
• Fördert eine sanfte Umstrukturierung von Kiefer und Zahnstellung.
3. Ganzkörperliche Auswirkungen:
• Fördert die Nasenatmung, was die Sauerstoffversorgung und den Schlaf verbessert.
• Kann Verspannungen in Kopf, Nacken und Rücken lösen.
• Unterstützt eine bessere Körperhaltung, da Kiefer und Haltung eng miteinander verbunden sind.
Anwendung:
Der Balancer wird individuell ausgewählt und sollte regelmäßig mit bestimmten Übungen kombiniert werden. Dadurch wird nicht nur die Mundfunktion, sondern auch das allgemeine Wohlbefinden gefördert.
Der Balancer soll 1 Stunde am Tag, 5 Minuten für gezielte Übungen und in der Nacht getragen werden, um eine nachhaltige Wirkung zu erzielen.
Bitte beachten Sie, dass die Dentosophiebehandlung eine reine Selbstzahlerleistung ist und nicht von den Krankenkassen übernommen wird. Die Kosten belaufen sich, je nach alter des Patienten, auf ca 700€ -1.400€ und decken damit eine Behandlungsdauer von einem halben bzw. einem Jahr ab. Die Behandlung inkludiert eine ausführliche Anamnese und Diagnostik und anschließende Kontrolltermine die alle 4-8 Wochen stattfinden.
Dentosophie wird von den Krankenkassen nicht finanziert, weil sie als ganzheitliche und funktionelle Methode betrachtet wird, die außerhalb der klassischen Schulmedizin und Kieferorthopädie liegt. Krankenkassen übernehmen in der Regel nur wissenschaftlich anerkannte, standardisierte Behandlungen, die sich auf mechanische Korrekturen von Zahn- und Kieferfehlstellungen konzentrieren – wie z. B. feste oder herausnehmbare Zahnspangen.
Dentosophie hingegen verfolgt einen sanften, natürlichen Ansatz, der darauf abzielt, die körpereigene Selbstregulation zu fördern. Anstatt durch mechanische Kraft auf die Zähne einzuwirken, unterstützt sie die natürliche Funktion von Zunge, Lippen und Kiefermuskulatur durch gezielte Übungen und den Einsatz des Balancers.
Obwohl viele Patienten positive Erfahrungen mit Dentosophie machen, gibt es bisher nicht genug wissenschaftliche Studien, die nach den strengen Kriterien der Krankenkassen eine Finanzierung rechtfertigen würden. Da die Methode in den Bereich der Komplementärmedizin fällt, müssen Patienten die Kosten in der Regel selbst tragen.
Allerdings kann sich eine dentosophische Behandlung langfristig lohnen, da sie auch Probleme wie Mundatmung, Schlafstörungen oder Verspannungen positiv beeinflussen kann – ganz ohne invasive Eingriffe.
Wenn Sie noch Fragen haben oder wissen wollen, ob für Sie oder Ihr Kind die Dentosophie eine Hilfe ist, melden Sie sich gerne telefonisch oder über das Kontaktformular der Homepage!
Ab März 2025 können Dentosophie-Termine in der Praxis vereinbart werden.
Herzlichst
Lisa Hemrich

